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© 1997
Oliver Baumann •
Ermenegildo Bidese

In Lusern erzählt man folgende Sage (Bacher 1905:76):
A Lusérn si racconta la seguente leggenda:

'Z oa von hå. Alz hundart djar lek dar hå an oa on pluatetz auz. Auz disan oa khint a baselisko. Azda dar baselisko sik daz earst a mentsch, ditza möch stèrm. Sik 'z mentsch daz earst an baselisko, möchar skloppm.

Das Ei des Hahns. Alle hundert Jahre legt der Hahn ein Ei und brütet es aus. Aus diesem Ei schlüpft ein Basilisk heraus. Wenn der Basilisk zuerst einen Menschen sieht, muss dieser Mensch sterben. Sieht der Mensch den Basilisken zuerst, muss der Basilisk verenden.

L'uovo del gallo. Ogni cento anni il gallo depone un uovo e lo cova. Dall'uovo sguscia un basilisco. Se il basilisco vede prima un uomo, questi deve morire. Se è l'uomo a vedere per primo un basilisco, è quest'ultimo a dover morire.

 

Das Tor zum Land der Zimbern


As Bi Biar! So wie wir! Das ist unser zimbrischer Gruß an all jene, die diese Home Page geöffnet haben! Wir wünschen ihnen dabei das gleiche - ja, wenn nicht noch ein tieferes - Interesse und dieselbe Begeisterung für die kleine zimbrische Welt.

Das Zimbrische gehört zu der germanischen Sprachfamilie. In der Vergleichenden Linguistik wird angenommen, es sei eine mittelalterliche Variante des Südbayrischen mit alemannischen Einflüssen.
Es ist wissenschaftlich noch ungeklärt, ob es eine Verbindung zwischen dem Zimbrischen und den ebenso in Nordostitalien gesprochenen Ostgotisch und Langobardisch gegeben habe.
Heute wird Zimbrisch in nunmehr drei extrem abgelegenen Bergdörfern am Südabhang der Alpen gesprochen: Lusern/Luserna, Ljetzan/Giazza und Robaan/Roana in den norditalienischen Provinzen Trento, Verona und Vicenza.


Als wichtigster Punkt der Erforschung der Zimbrischen Sprache erscheint uns der Umstand, dass das Zimbrische als lebendiges Bindeglied zwischen Alt- und Mittelhochdeutsch Licht auf den Sprachwandel des Deutschen werfen kann. Themen wie "Verschwinden des Klitiksystems" und "Verbend in eingebetteten Sätzen" können nun trotz fehlendem Textmaterial erforscht werden.

 

Theorien über den Ursprung der Zimbern

Fragwürdig ist die Theorie, daß der Name Cimbro von Zimmermann abgeleitet ist.

Weitere Besiedlungstheorien (nach Dr. Bernhard Wurzer, Bozen: "Die deutschen Sprachinseln in Oberitalien" 1973):

  1. Dänemark-Theorie, vertreten durch Dr. hab. Viktor Waschnitius (1961, Dolomiten): "Die älteste von vielen Theorien besagt, sie seien Nachfahren jener Zimbern und Teutonen von der – heute dänischen – Halbinsel Jütland, die bis ins Jahr 101 vor Christus das antike Rom bedrohten. Nach ihrer vernichtenden Niederlage könnten einige Überlebende hier in den unzugänglichen Bergen Zuflucht gesucht haben" (SWR2, Widmar Puhl, 8. Februar 2011)
  2. Langobarden-Theorie, vertreten durch Forscher Ludwig Streub (1812-1888) : "Dialektforscher stützen sich dabei auf ein Buch des mittelalterlichen Geschichtsschreibers Paulus Diaconus über die diesen Germanenstamm. Dieser eroberte während der Völkerwanderung Norditalien" (SWR2, Widmar Puhl, 8. Februar 2011) => Wikipedia
  3. Goten-Theorie, vertreten durch Adolf Schiber und Arturo Galanti : "Zur deutschen Siedlungsgeschichte und zur Entwicklung ihrer Kritik in den letzten Jahren" - Schiber, Adolf. (1902) - In: Jahrbuch der Gesellschaft für Lothringische Geschichte Bd. 14 (1902) S. 449-460
  4. Westtiroler-Theorie, vertreten durch Prof. Dr. Kranzmayer und Prof. Dr. Maria Hornung, Wien : s. z.B. Literatur Kranzmayer => Wikipedia
  5. Baiern-Theorie, vertreten durch Hugo Resch, Landshut : Danach stammen die Zimbern von bayerischen Siedlern ab, die seit dem 10. Jahrhundert einwanderten. Im Jahr 952 wurde dem Herzogtum Bayern auf dem Reichstag zu Augsburg das langobardische Herzogtum Friaul zugeschlagen – mit den Markgrafschaften von Verona, Istrien, Aquilea und Trient. Damals reichte ein mehr oder weniger einheitlicher Sprachraum von Bayern und dem Bodensee über die Ostschweiz bis weit nach Österreich und Norditalien. Viele Dokumente belegen die engen Beziehungen der Bistümer von Trient, Vicenza und Verona im Süden der Alpen zu Freising und Benediktbeuren im Norden. Um das Jahr 1040 mussten ganze Dörfer wegen einer Hungersnot das Klosterland zwischen Ammer und Isar verlassen und zogen nach Süden. Sie waren gute Zimmerleute, mittelhochdeutsch „Zimbarn“. Viele lebten auch als Holzfäller und Köhler." (SWR2, Widmar Puhl, 8. Februar 2011)

Die Zimbern werden auch als Transtridentinische Deutsche bezeichnet - die über Trient hinausreichenden Deutschen.

 


Altar Khnotto (Rotz)

 

 As bi biar! Così come Noi! Questo è il nostro saluto cimbro a tutti coloro, che hanno aperto questa Home Page! Vi auguriamo lo stesso - se non un maggiore - interesse e un identico entusiasmo per il piccolo mondo dei Cimbri.

 As bi biar! As we! In this way we welcome all visitors and hope that you have the same interrest in the little Cimbrian world as we.

Cimbrish belongs to the Germanic language family. In comparative linguistics one assumes, it is a medieval version of the South Bavarian with Alemannic influences.
It is still scientifically unsettled whether in North Italian there was a connection between Cimbrish, East Gotic and Langobardic.
Nowadays Cimbrish is spoken in three extremely remoted mountain villages at the south slope of the alps: Lusern/Luserna, Ljetzan/Giazza and Robaan/Roana in the North Italian provinces Trento, Verona and Vicenza.

An important point of linguistic interrest is the research of the Cimbrish language
as a living link between Old High German and Middle High German.
New data could answer many open linguistic questions of the German language development.

 

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© Ermenegildo Bidese * Oliver Baumann

 

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